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Fortbildung für Forbildner - "Das Gespenst der Religion" (Peter Sloterdijk)
Zur Bestimmung religiöser Anziehungs- und Abstoßungsverhältnisse heute

Fortbildungsleiter/innen der bayerischen Diözesen

LG Nr. 94-703
05.02.2018 - 07.02.2018
in Traunstein

25 Plätze

Leitung
Dir. Dr. Anton Dimpflmaier
Stellv. Dir. Michaela Severin

Die Säkularisierungsthese rechnete mit dem Verschwinden von Religion. Religionskritiken setzten auf ihre rationale Auflösung. Die entsprechenden Erwartungen haben sich nicht bestätigt. Religionen erweisen sich als höchst vital - und lösen neue religionskritische Blicke aus. So spricht Peter Sloterdijk vom "Gespenst der Religion", das die westliche Welt in Schrecken versetze. Religionsgespenster geistern durch die Gegenwarten des 21. Jahrhunderts. Sie artikulieren Ängste, die sich an Religionen festmachen, sich aber zugleich von ihnen entkoppeln und diffus auswuchern. Angst vor Fremdem, namentlich vor Flüchtlingen aus islamisch geprägten Ländern, wird mit Angst vor religiös motivierter Gewalt verbunden.
In der Metapher des Religionsgespensts konzentrieren sich Anziehungs- und Abstoßungsverhältnisse in Sachen Religion. Sie markiert Übergänge zwischen gesellschaftlich Verfügbarem und dem, was sich konstitutiv entzieht. Zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Leben und Tod. Damit werden Transzendenz-Motive in kulturellen Passagen zwischen Säkularem und Religiösem anschaulich. In dem, was irritiert und Ängste bindet, was unter Schock stellt und Wirklichkeit vom Moment ihrer möglichen Vernichtung, ihrer tödlichen Überschreitung her erfasst, zeigt sich die theologische Signifikanz dieser Interpretationsfigur.
Die Fortbildung stellt sich den Herausforderungen unserer religionskritischen Gegenwarten und fragt nach ihrer theologischen Bedeutung.

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Steinboden im Kloster Gars Foto: Elisabeth Kühlechner