Zurück   

Ethik und Philosophie

LG Nr. 86-709
10.03.2014 - 14.03.2014
in Gars

30 Plätze

Leitung
StD Martin Hann

Eine Anforderung aus dem Fachprofil des Religionsunterrichts ist es, dass Schüler diskursfähig werden. Im Sinne von Habermas beinhaltet Diskursfähigkeit sich - soweit es geht - rationaler Argumentation zu bedienen. In der säkularen Gesellschaft haben Argumente, die sich allein auf den "Willen Gottes" berufen, kein wirkliches Gewicht. Relevanz hat es für Menschen, die an Gott glauben. Soll eine ethische Position in säkularer Umwelt ernst genommen werden, darf sie sich nicht autoritativ präsentieren. Glaubensüberzeugungen müssen sich argumentativ einbringen, auch dann, wenn es für eine letzte Überzeugung kein Argument mehr geben wird. Diese ist immer ein Akt der Freiheit.
Ethische Probleme (Genforschung, Embryonenschutz, Euthanasie, Abtreibung) entscheiden sich in einem ontologischen Vorfeld. Je nachdem, wie man sich darüber einigen kann, was die Wirklichkeit ausmacht (deskriptive Sätze), folgt daraus auch, was zu tun ist (normative Sätze). Ethik bedeutet der Wirklichkeit gerecht zu werden (Spaemann). Wäre da nicht das Problem des sog. Seins-Sollens-Fehlschlusses. In der Fortbildung werden diese und andere Grundfiguren ethischen Argumentierens diskutiert und für den Unterricht konkretisiert.
Gerade bei Jugendlichen ist Philosophie gefragt. Dieses Interesse gilt es - gerade auch im Hinblick auf die Fähigkeit zum Diskurs ethischer Fragen - zu nutzen.

Zurück   

Steinboden im Kloster Gars Foto: Elisabeth Kühlechner